Postfaktische Grüße an mich für in vier Jahren

Wie könnte so ein Blog besser starten, als mit ein paar harten, soliden Zahlen. Die beeindrucken jeden. Richtig? Noch beeindruckender wäre eine echte Statistik, aber da übe ich noch. Statisken fälschen hatten wir im dritten Semester und da musste ich Geld verdienen, damit ich in den Urlaub fahren kann. Außerdem ist das voll anstrengend.

Als erste Amtshandlung wollen wir uns also mal ein paar Fakten ansehen, ich meine so richtige. Gefunden habe ich die auf Facebook, die stimmen also.

Seit dem 21.1.2017 ist The Donald Präsident der USA und damit per Definition mächtigster Mann der Welt. Für uns Postfaktiker ist er quasi der Liebe Gott.

Zum Inauguration Day 2017 verbuchten wir – und mit wir meine ich unsere Freunde in den USA – folgende Eckdaten:

Benzin $2.09
Dow 19,819
NASDAQ 5560.7
Arbeitslosigkeit 4.7%

Hört sich erst einmal langweilig an, aber bleibt bei mir. Was ich daran ganz witzig finde; der Facebook Freund von mir, also der wo von wem ich das geklaut habe, hat das gepostet, damit er in vier Jahren wieder daran erinnert wird. Weil man vergisst so etwas schnell. Und in der vagen Erinnerung und mit entsprechend viel Abstand verwechseln wir schnell mal was. Fragt mal die „vor Euro“ Generation, was die glauben, was früher ein Joghurt gekostet hat. Das kriegt ihr witzige Antworten. Und von denen stammt der Ausdruck Teuro!

Was an dem Post nun so wirklich skurril war; ich dachte eigentlich erst, dass dieser vom einzigen Trump Supporter in meinem Facebook Freundeskreis stammt. (Ich weiß, das ist ein deutliches Zeichen, dass ich mehr vernünftige Freunde brauche, aber ich finde Facebook an sich scheiße und der Algorithmus von denen scheint mich für einen Sozi zu halten. Künstliche Intelligenz meinen Ar…)

Ich fand den Post meines Trumpisten zum einen also ziemlich mutig. Er legt da quasi ja eine Messlatte an. Und zwar eine ziemlich hohe. Das kann auch nach hinten losgehen. Das ist dann in vier Jahren ja wirklich messbar. Hat er das mit Melania abgesprochen?

Vor allem aber fand ich es sehr ungewöhnlich, weil in meiner persönlichen Wahrnehmung bewegen wir uns mit ziemlich rasanten Schritten auf das Postfacticum zu. So nenne ich das Zeitalter, wo eigentlich Wumpe ist, was man sagt. Behaupten kann man schließlich alles. Wen interessieren schon Zahlen oder hinterher Gegendarstellungen? Bei The Donald und seinem Team heißt das zwar nicht postfaktisch (das Wort kennt er nicht) sondern alternative Fakten, läuft aber auf dasselbe hinaus.

Also; sind Trump Unterstützer so zuversichtlich, dass Trump recht hat? Ich meine, erzählen kann der Donald viel, aber an konkreten Ergebnissen messen lassen? Das kam mir seltsam vor. Eigentlich rufen die doch nur USA, USA und dann passt das schon wieder.

 

Inzwischen bin ich mir fast sicher, dass ich da was verwechselt habe. Ich glaube der Trump Supporter war ein anderer und was wir hier sehen ist einfach der Post eines entsetzten und frustrierten Durchschnittsamerikaners, der zur nächsten Wahl den Trumpisten auf den Cent zeigen möchten, was sie in vier Jahren erreicht haben. Die Idee finde ich toll. Ich setze mir mal einen Reminder für den November 2020.

 

 

Ein Gedanke zu „Postfaktische Grüße an mich für in vier Jahren

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